Abwasserkanäle verlaufen häufig unter Straßen, Verkehrsflächen, Betriebsgeländen oder Gebäuden. Befindet sich eine sanierungsbedürftige Leitung jedoch direkt unter Bahngleisen, kommen besondere Anforderungen hinzu. Neben dem Zustand, der Dimension und dem Verlauf des Kanals müssen die Belastungen durch die darüberliegende Infrastruktur berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind Zugänglichkeit und mögliche Arbeits- oder Sperrzeiten häufig stark begrenzt. Eine solche Sanierung beginnt deshalb nicht erst auf der Baustelle. Eine sorgfältige Analyse der Ausgangssituation und die darauf abgestimmte technische Planung sind wesentliche Voraussetzungen für die Wahl des geeigneten Sanierungsverfahrens.
Kanäle unter Bahninfrastruktur können besonderen Belastungssituationen ausgesetzt sein. Dabei sind nicht nur die grundsätzlich hohen Lasten relevant. Je nach Nutzung der darüberliegenden Infrastruktur können sich auch unterschiedliche Belastungsszenarien ergeben. Für die Planung einer Sanierung bedeutet das: Es reicht nicht aus, lediglich vorhandene Schäden zu beheben. Die Sanierungslösung muss so geplant und dimensioniert werden, dass sie den projektspezifischen statischen Anforderungen gerecht wird. Dafür werden unter anderem der Zustand des vorhandenen Kanals, die äußeren Einwirkungen und die Anforderungen an die zukünftige Tragfähigkeit betrachtet.
Gerade bei komplexer Infrastruktur wird damit deutlich: Die Wahl des richtigen Verfahrens ist immer das Ergebnis einer individuellen technischen Betrachtung.